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„Nein – zum offenen Güllelager
im Naturpark Saar-Hunsrück.
Schützt die Natur und unser Trinkwasser“

Zur Petition:
https://www.openpetition.de/petition/online/nein-zum-offenen-guellelager-im-naturpark-saar-hunsrueck-schuetzt-die-natur-und-unser-trinkwasser

Im Naturpark Saar-Hunsrück, 55767 Meckenbach wurde der Bau eines offenen Güllelagers durch die Kreisverwaltung Birkenfeld genehmigt. Grund ist das Mehraufkommen von Gülle aus Massentierhaltung. Der Güllebehälter ist Teil eines Großprojekts in Abentheuer: Boxenstall mit Melkgebäude, Biogasanlage und Güllebehälter.

Vorgeschichte:
Die erstaunten Bürger fanden sich eines Tages beim Spazierengehen von einer riesigen Grube und vielen Erdwällen überrascht. Die Planung des Projekts war den Bürgern nicht bekannt gegeben worden.

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Rechtmäßig, da der Bauplatz im Außenbereich liegt, – bürgerfreundlich? Eher nicht.
Auch Bauprojekte im Außenbereich sollten vor der Genehmigung öffentlich bekannt gegeben werden.

So war es unmöglich vor der Genehmigung Einspruch gegen das Güllelager zu erheben.

Gründe
Wir möchten die Natur und unserer Trinkwasser schützen und erhalten.

Der Güllebehälter soll an einen wunderschönen Ort in der Natur gebaut werden, direkt am Waldrand neben einer naturbelassene Weide (2 ha), ein Quellgebiet, mit einem kleinen Steinbruch und vielen Rückzugsplätzen für wildlebende Tiere, wie z.B. Rehe und Greifvögel. Es ist von weiteren Wiesen und beliebten Wanderwegen umgeben. Eine wunderschöne Oase der Entspannung und Erholung. Wir möchten Sie schützen und erhalten.

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Das Mehraufkommen von Gülle aus der Massentierhaltung, das in dem Behälter gelagert werden soll und ihre Ausbringung, ist eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Natur.

Gesundheitsschädigende Gase aus der Gülle steigen in die Luft auf und belasten den Organismus. Sie bewirken Übersäuerung und sind dadurch eine Gefahr für Wälder und Wiesen, die jetzt schon überlastet sind. Durch das Aufbringen der Gülle auf den Feldern gelangen gesundheitsschädigende Nitrate ins Grundwasser und dann ins Trinkwasser.

Alle Gewässer sind durch den natürlichen Wasserkreislauf miteinander verbunden. Das Grundwasser in Deutschland ist immer stärker mit Nitrat belastet, und gefährdet damit auch das Trinkwasser. Ein maßgebender Grund dafür ist die Gülle aus der Massentierhaltung.

Der Bauplatz für das Güllelager liegt in Ortsnähe, 350 m Luftlinie zum Neubaugebiet.
Das bedeutet eine ganzjährige Geruchs- und Luftbelastung. Dazu kommt eine Vorbelastung durch Lärmbelästigung: 5 Windmühlen, in 800 m Entfernung, Fluglärm: Flughafen Hahn und Militär (zusätzliche Luftverschmutzung).

Ungünstige Lage: Der Behälter ist in Hanglage geplant, d. h. im Gefahrenfall würde die Gülle schnell nach unten fließen. Das Gebiet umfasst viele kleine Wasserläufe die durch eine
Undichte am Behälter durch ausfließende Gülle verunreinigt werden könnten. Es liegt in einem inaktiven Vulkangebiet, hier wurden immer wieder kleine Erdbeben gemessen.

Der Bau widerspricht den Schwerpunkten des Nationalparks, die Natur vor beeinträchtigenden menschlichen Eingriffen zu schützen und im Einklang mit der Natur zu handeln. Durch die, von dem geplanten Güllebehälter ausgehenden freiwerdenden Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Methan und andere Gase können Tiere, Pflanzen, Bäume und Wald gefährdet werden; Tiere insbesondere auch durch ein mögliches Hineinklettern in den offenen Behälter.

Es besteht die Gefahr der Unruhe und Lärmbelästigung durch die riesigen Landmaschinen, auf dem Anfahrtsweg direkt neben dem Wald. Es ist jetzt schon sichtbar, dass der Unterbau der Wirtschaftswege der starken Belastung durch die Fahrzeuge nicht standhält.

Durch die Geruchsbelastung besteht die Gefahr, dass sowohl die Flurstücke rund um das Güllelager, als auch die Immobilien im Ort an Wert verlieren. Vermietung und Verpachtung werden erschwert.

Auswirkungen auf Arbeitsplätze durch Tourismus z.B. bei Seminarhäusern im Dorf, u.a.

Wir erkundigten uns zuerst bei der Gemeinde, dann bei der Kreisverwaltung Birkenfeld nach dem geplanten Projekt mit dem Ergebnis:
„Das Projekt sei rechtmäßig.

Es folgten:
– Gespräche mit anderen Betroffenen
– Kontaktaufnahme zu Naturschutzvereinen, Ministerien, Bürgerinitiativen
– Abgabe einer Einzel-Petition an die Kreisverwaltung
– Gründung der Bürgerinitiative „Pro Natur“
– Online Petition an Landrat Dr. Schneider mit dem Titel:
„Nein – zum offenen Güllelager im Naturpark Saar-Hunsrück.
Schützt die Natur und unser Trinkwasser“
– Zusätzliche Unterschriftensammlung: momentan 120 Unterschriften

Innerhalb von 3 Tagen haben sich rund 300 Menschen gegen den Bau des Behälters,
die Gülleflut und Massentierhaltung ausgesprochen.

Wir hoffen auf klärende Gespräche, eine Einigung mit dem Antragsteller
und eine gute Lösung die zum Wohle aller Beteiligten ist.

Fazit:

Grundlegend wichtig ist eine Gesetzesänderung, neue Regeln in der Agrarpolitik:
wie der Düngeverordnung und tierfreundliche Alternativen zur Massentierhaltung.

Am 2. Februar 2017 hat die EU-Kommission eine Befragung zur künftigen Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik gestartet. Noch bis zum 2. Mai 2017 haben alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich an der Online-Befragung zu beteiligen.

Hier geht es zur Befragung: Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.

Die Seite „Meine Landwirtschaft“
beschäftigt sich mit Lösungen für eine umweltfreundlichere Landwirtschaft.
http://www.meine-landwirtschaft.de

Kampagne der Welttierschutzgesellschaft

Mit der Kampagne KUH+DU setzt sich die Welttierschutzgesellschaft gegenüber Politik, Molkereien, Landwirten, Handel und Verbrauchern für Milchkühe und für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein.

Kampagne | KUH+DU

 

Die Übergabe der Petition

Am Mittwoch dem 19.4. übergaben wir die Petition gegen das Güllelager in Meckenbach an Landrat Dr. Schneider. Es wurden insgesamt 515 Unterschriften gesammelt, davon 277 aus dem Kreis Birkenfeld, sowie 100 aus dem Saarland.

Die Bürgerinitiative Pro Natur, begleitet von Vertretern des Kreisverbandes der Grünen und des Naturschutzverbandes BUND führten anschließend ein Gespräch mit dem Landrat.

Ergänzend zur Petition wurden von der BI „weitere Maßnahmen zur Prävention“ gefordert, z.B. ein Deckel für den Güllebehälter, als Schutz vor gesundheits- und klimaschädigenden Gasen, der in anderen Ländern bereits Pflicht ist. Zum Schutz von Boden und Grundwasser wurden stärkere Kontrollen der Gärreste und ihrer Ausbringung verlangt. Emissionsarme Technik und bessere Planung bei der Gülleausbringung wurden angesprochen. Von der Grünen Kreistagsfraktion wurde zusätzlich eine schriftliche Anfrage zur Stallerweiterung an den Landrat gestellt.

Landrat Dr. Schneider erklärte, dass die Baugenehmigung gesetzlich rechtens sei, ein Baustopp sei nicht vorgesehen.
Die Petition liegt mittlerweile dem Umweltministerium in Mainz vor.

Gespräche mit den Bürgern bei der Unterschriftensammlung zeigten: Das Güllelager, sowie das gesamte Großprojekt in Abentheuer und Meckenbach wirft Zweifel auf, nicht nur wegen der gewählten Lage. Einige Bürger fragten sich, wie es in der heutigen Zeit noch genehmigt werden konnte, andere äußerten weitere Bedenken und Beschwerden zum Thema.

Der Funktion des Nationalparks als grüne Lunge und dem Masterplan 100% Klimaschutz der VG Birkenfeld jedenfalls widerspricht die Genehmigung, auch den Zielen der Europäischen Union und der Bundesregierung die ihre Treibhausgasemissionen und Nitratwerte reduzieren wollen.

Die geplante Stallerweiterung auf knapp 600 Kühe, der damit verbundene Mehranfall an Gülle und Gärresten und der offene Behälter in Meckenbach sorgen für Treibhausgase und Nitratbelastung.

Zu diesen schädlichen Gasen gehört Methan. Es entsteht bei den Verdauungsprozessen von Kühen, sowie bei der Gülle-Lagerung und ihrer Ausbringung. Auch bei der geplanten Biogasanlage muss das Entweichen von Methan in die Umwelt einkalkuliert werden. Denn Biogasanlagen sind nicht absolut dicht, sie müssen bei Wartungsarbeiten zugänglich sein.

Auf vielen Feldern des Landwirts sind jetzt Futterpflanzen der Sorte „Triticale“ angebaut, die auch als Energiepflanzen für Biogasanlagen nutzbar sind. Der zunehmende Anbau von Energie- und Futterpflanzen stehen in Deutschland immer mehr in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

Landwirtschaft sollte zuerst der Ernährung des Menschen dienen,
auch im Hinblick auf die wachsende Weltbevölkerung.

Grundlegend sollte eine ökologische, umweltverträgliche Landwirtschaft
gefördert werden.

Weiteres zum Thema:
Der Link führt zur Seite,
– es gibt einen sehr gut verständlichen Video zum Thema.
www.umweltbundesamt.de/themen/umweltschutz-in-der-landwirtschaft

 

 

 

 

 

 

 

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